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Do, 09/20/2012 - 11:40 -- klm-admin

Hamburg, 18. Mai 2020

Pressemitteilung: Maskenmüll: Masken und Schutzkleidung – ein riesiges Abfallproblem

Seit Ende April ist in Deutschland die Maskenpflicht Teil der Corona-
Bekämpfungsstrategie. Weil Maskenträger sich seltener ins Gesicht fassen und zudem
die Ausbreitung der Viren durch Mund- und Nasenschutz gehemmt werden kann,
stellen sie einen möglichen Beitrag zur Seuchenbekämpfung dar. Ein Aspekt wird
jedoch bislang völlig außer Acht gelassen.

Zu Recht wurde bei Wegwerfbechern für Kaffee und Tee auf das entstehende
Müllproblem aufmerksam gemacht. Die Müllmenge durch Atemschutzmasken wird
jedoch noch deutlich größer. Der vom Wirtschaftsministerium errechnete Bedarf von bis
zu 12 Milliarden Atemschutzmasken pro Jahr sowie der größere Verbrauch an
Einmalhandschuhen, weiterer Schutzkleidung usw. sorgt für ein Abfallaufkommen von
etwa 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr. Das wären etwa 7 Prozent der gesamten
Hausmüllmenge Deutschlands, die zusätzlich entstehen würden.
Dabei wäre das Problem durchaus lösbar, wenn seitens der Hersteller nur Materialien
eingesetzt würden, die nach der Verwendung in biologische Kreisläufe zurückgehen
können. Durch ihre Abbaubarkeit könnten die Masken nach ihrer Nutzung sogar
nützlich für die Umwelt sein, ohne dabei an Schutzwirkung einzubüßen. So könnte
beispielsweise, nach entsprechender Aufbereitung, Pflanzvlies entstehen, das den
Pestizid- und Bewässerungseinsatz senkt.

Vielfach werden in den Masken auch gefährliche vermeintlich antimikrobielle
Substanzen wie bspw. Silberverbindungen eingesetzt, die keine nachgewiesene
Wirkung gegen Corona-Viren besitzen und zusätzliche Resistenzen von anderen
Krankheitskeimen fördern können. Durch viele waschbare Masken (u.a. aus Polyester)
ergibt sich zudem ein Problem durch das Einatmen von Mikroplastikabrieb.

Die Corona-Krise jetzt mit einem zusätzlich verschärften Abfallproblem zu verbinden, ist
kurzsichtig. Stattdessen sind entsprechende Umwelt- und Qualitätsauflagen an
Atemschutzmasken zu stellen. Andernfalls ist zu befürchten, dass wieder einmal
Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt gegeneinander ausgespielt werden.

Zitat: „Es kann nicht sein, dass die Atemschutzmasken jetzt ein gigantisches
Müllproblem verursachen, wo es doch möglich ist, perfekt biologisch abbaubare
Materialien zu verwenden, die dann in der Tat in biologische Kreisläufe eingehen
können. Dies zeigt eine erhebliche Kurzsichtigkeit und Doppelbödigkeit bisheriger
Umwelt- und Gesundheitspolitik. Es darf nicht sein, dass man den Planeten krank
macht, um gesund bleiben zu wollen.“, sagt dazu Prof. Dr. Michael Braungart, Leiter
des Hamburger Umweltinstituts.

Kontakt und weitere Informationen:
Hamburger Umweltinstitut e.V.
Patrick Meiß
Trostbrücke 4
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40 - 439 20 91
E-Mail: hui@hamburger-umweltinst.org

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Hamburg, 27. April 2020

Pressemitteilung: Hamburger Umweltinstitut warnt vor Gesundheitsgefahren durch Desinfektionsmittel

Im Rahmen der Corona-Krise werden Desinfektionsmittel in großen Mengen eingesetzt, nicht nur zur Handdesinfektion, sondern auch zur Desinfektion von Gegenständen und Böden. Ganze Straßenzüge werden mit Desinfektionsmitteln behandelt. Dabei sind jedoch eine Reihe von Aspekten zu berücksichtigen, die vielleicht im Eifer des Kampfes gegen die Pandemie zu wenig beachtet werden.

Zum einen sind viele der Inhaltsstoffe von Desinfektionsmitteln gesundheitsschädlich (bspw. krebserregend, sensibilisierend, allergieauslösend, lungen-, leber- und nervenschädigend). Dies gilt beim Einatmen des Nebels aus Sprühflaschen und bei der Anwendung auf der Haut. Zum Beispiel ist das verwendete Isopropanol weitaus giftiger als üblicher Trinkalkohol und auch Aldehyde und Ketone, genauso wie zusätzliche Prozess-Chemikalien und Duftstoffe, weisen ein erhebliches Gesundheitsrisiko auf. Zum anderen ergibt sich das Problem, dass durch die häufige Verwendung dieser fettlösenden Mittel die Hautflora geschädigt wird, sich Resistenzen der entsprechenden Keime bilden können und Dermatosen möglich sind. Durch die ausgetrocknete Haut besteht ein viel höheres Risiko, sich die schmerzenden Hände ins Gesicht zu reiben und auf diese Weise noch mehr Keime zu übertragen. Eine entsprechende Feuchtigkeitscreme kann das Problem zusätzlich verschärfen, da die fetthaltige Außenseite des Coronavirus dadurch geradezu aktiv festgehalten wird.

Zusätzlich warnt das Hamburger Umweltinstitut vor der Gefährlichkeit und dem Risiko durch Verschlucken und durch Augenkontakt. Die meisten handelsüblichen Desinfektionsmittel enthalten keinerlei diesbezüglicher Warnhinweise. Abgesehen davon sind die Desinfektionsmittel, im Verhältnis zu ihrem tatsächlichen Wert, aktuell drastisch überteuert.

Die Warnung des Hamburger Umweltinstituts bezieht sich dabei ausschließlich auf die übertriebene Verwendung von Desinfektionsmitteln außerhalb des eigentlichen medizinischen Bereichs. Im medizinischen Bereich überwiegen die Vorteile von Desinfektionsmitteln. Allerdings werden viele Desinfektionsmittel angeboten, die keine antivirale Wirkung haben können, da die Einwirkzeit bis zu 15 Minuten beträgt. So dass sie gegen Viren nur mehr als bedingt geeignet sind.

Was ist also zu tun? Es gibt durchaus gute Gründe im medizinischen Bereich, zum Beispiel in Krankenstationen oder Arztpraxen, chemische Desinfektionsmittel zu verwenden. Diese jetzt aber allgemein in Kindergärten, Schulen, Arbeitsstätten oder gar zu Hause anzuwenden, ist unverantwortlich und grob fahrlässig. Da diese organischen Lösungsmittel gleichzeitig die Atemwege schädigen und vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma zusätzliche Schäden verursachen können, besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen tödlichen Verlauf einer Infektion mit Corona-Viren. Ein sorgfältiges Händewaschen mit Kernseife, Olivenseife oder auch einer anderen haushaltsüblichen Handseife reicht völlig aus, um mögliche Infektionsrisiken über die Hände oder durch Handkontakt auszuschließen. Dies sollte aktiv in den entsprechen Bildungseinrichtungen vermittelt werden, anstatt liter- und kanisterweise chemische Lösungsmittel als vermeintlich sichere Lösung anzubieten.

Zitat: „Der Umgang mit Desinfektionsmitteln ist ein Umgang mit gefährlichen chemischen Lösungsmitteln mit erheblichem Gesundheitsgefährdungspotenzial. Die Verwendung von chemischen Desinfektionsmitteln sollte auf den unmittelbaren medizinischen Bereich begrenzt werden, auch um die Bildung von Resistenzen zu verhindern. Eine rissige, trockene Haut kann zusätzlich durch Entzündungen Schmerzen verursachen und ein Gesundheitsrisiko für die Übertragung von Infektionserkrankungen darstellen.“, stellt dazu der Vorsitzende des Hamburger Umweltinstituts, Prof. Dr. Michael Braungart, in diesem Beitrag fest.

Kontakt und weitere Informationen:
Hamburger Umweltinstitut e.V.
Trostbrücke 4
20457 Hamburg
Tel: +49 (0)40 - 439 20 91
E-Mail: hui@hamburger-umweltinst.org

 

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Aktuelles/Termine:

Vortrag & Diskussion: „Ich zuerst!“ von Heike Leitschuh im Museum der Zukunft in Lüneburg

09.03.2020, 19.30Uhr im Museum der Zukunft, Papenstraße 15, 21335 Lüneburg

FREIER EINTRITT!

Heike Leitschuh wird am 09. März 2020 einen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zu Ihrem Buch „Ich zuerst. Eine Gesellschaft auf dem Ego-Trip“ im Museum der Zukunft in Lüneburg halten. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr.

Die Ichlinge kommen – Bedroht das ständige Konkurrenzdenken unsere Gesellschaft?

Neoliberales Gedankengut schadet unserer Gesellschaft und lässt die Solidarität und den Respekt der Menschen untereinander schwinden. Immer mehr Menschen denken nur noch an sich, an die Karriere und die eigenen Bedürfnisse und behandeln ihre Mitmenschen deshalb mitunter wie den letzten Dreck. In der Politik und den Medien wird das Problem vernachlässigt und in seiner ganzen Tragweite bislang überhaupt nicht erkannt. Höchste Zeit also, umzudenken und gegenzusteuern, sowohl mit einer anderen Politik, als auch bei jedem Einzelnen von uns. Denn keiner will in einem Land leben, in dem jeder nur noch sich selbst der Nächste ist und nur noch das zählt, was sich rechnet.

Das Hamburger Umweltinstitut und das Museum der Zukunft freuen sich auf einen anregenden Vortrag mit anschließender Diskussion und lädt Sie und euch herzlich dazu ein, daran teilzunehmen.

Weitere Infos gibt es hier.

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Das Hamburger Umweltinstitut - Zentrum für soziale und ökologische Technik e.V. (HUI) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und als besonders förderungswürdig anerkannter Verein zur wissenschaftlichen Bearbeitung von Umweltthemen.

 Macrophyta ready for harvesting

Informationen über
das Hamburger Umweltinstitut (HUI) e.V.  

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